Die Rheinpfalz "Ausgabe 19.12.2016"

Am Ende spannend

HANDBALL: Frauen der HSG Trifels gewinnen Pokal

HASSLOCH. Spannung? Fehlanzeige bei einer schnellen 9:3-Führung für den Pfalzligisten HSG Trifels im Erdinger-Verbandspokal-Endspiel der Frauen gegen den Verbandsligisten TSG Mutterstadt. Aber es wurde dann noch richtig spannend gestern in der Haßlocher Pfalzhalle. Die HSG gewann mit 28:27 (18:10).

„Ich kann mich nicht wirklich freuen“, sagte Trifels-Trainer Joachim Benz. „Sie haben einen Gang zurückgeschaltet und waren in der Abwehr unglücklich, um es vorsichtig zu sagen.“ Die 22:14-Führung schmolz, erst spät, in der 56. Minute bei 27:25, nahm Benz die Auszeit.Eigentlich zu spät. Mutterstadt war auf Betriebstemperatur nach der langen Weihnachtsfeier, Juliane Czizinski im Tor wurde immer stärker, das Publikum witterte eine Überraschung. Christiane Wittmann verkürzte auf 26:27, Jessica Behrens warf das 27:27. Noch 114 Sekunden waren zu spielen, die Dramaturgie nahm noch zu: Zeitstrafe für Mutterstadts Nina Tartter und Siebenmeter für Trifels, den Lena Geenen verwandelt. Auf der anderen Seite gibt es auch noch einen Siebenmeter. Franziska Schulz tritt an, Anna Storck hält.

Schulz hatte bis zum 5:9 alle Mutterstadter Tore erzielt, an ihr konnten sich die Mitspielerinnen aufrichten für ein starkes Finale. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte TSG-Trainerin Nela Cule und wies auf das Pech im Halbfinale hin: Beim 20:18 am 1. November in Bobenheim verletzten sich Heike Hasslinger und Annika Doell am Kreuzband. Cule wollte eigentlich mit 4-2-System verteidigen, das aber ging in den ersten Minuten schief, weil ihre Spielerinnen zu langsam – oder noch zu müde waren.

So spielten sie

TSG Mutterstadt: Czizinski (Goudarzi) - Matheis, Schulz (8), Behrens (3) - Pino, Wittmann (1) - Hörl; Grulke, Seng (5/4), Tartter (4), Hochholzer (2), Ledig (4)

HSG Trifels: Storck (Brandenburger) - Hafner, Klein (3), Bentz (3) - Meyer (5/2), Münster (4/2) - Geenen (4/1); Hamsch (4), Galow (1), Karczewski (2), Hammer-Rubiano (1), Dietrich (1)

Spielfilm: 2:8 (11.), 5:10 (17.), 8:11 (20.), 10:18 (Halbzeit), 14:22 (40.), 23:27 (50.), 27:27 (59.), 27:28 (Ende) - Zeitstrafen: 3:5 - Siebenmeter: 11/10 - 8/5 - Beste Spielerinnen: Schulz, Ledig - Klein, Meyer - Zuschauer: 120 - Schiedsrichter: Schwibinger/Schwibinger (Hessloch).thc


 

  "Ausgabe 17.12.2016"

Neuhofener Luxus

HANDBALL: Verbandspokal-Endrunde in Haßloch

HASSLOCH. Was für ein Luxus! Handball-Verbandsligist TuS Neuhofen geht am Sonntag in der Pfalzhalle in Haßloch ausschließlich mit eigenen Leuten ins Final Four um den Erdinger-Verbandspokal. Gegner im Halbfinale sind die VTV Mundenheim II, die Mannschaft von Martin Buschsieper, die in der Liga direkt über Neuhofen auf dem neunten Platz zu finden ist.

Mit Luxus ist Seltenheit gemeint. Auch selten: Stefan Winkler ist in Personalunion Abteilungsleiter und Trainer. Platz zehn – mit drei Siegen in der Hinserie –, das habe er so erwartet nach dem Aufstieg, sagt der 49-Jährige, der als Ausbildungsleiter bei den Pfalzwerken auch mit jungen Menschen zu tun hat. Den Stamm der Mannschaft bilden Spieler des Handball-Jahrgangs 93/94. Dazu kommen einige, mit denen Neuhofen vor fünf Jahren schon mal in der Pfalzliga spielte mit den Trainern Winkler und Tobias Grehl. Patrick Hauck zum Beispiel. Und Ramon Schilling. Der fehlte beim jüngsten 31:24-Sieg im Kellerduell mit der HSG Lingenfeld/Schwegenheim und ist auch am Sonntag nicht da. Schilling ist auf Hochzeitsreise. „Ich glaub’, in Thailand“, sagt der Trainer.Nur mit mannschaftlicher Geschlossenheit kann Neuhofen Erfolg haben. Andreas Winkler ist der Spielmacher. Jens Dreyer warf zuletzt sieben Tore, Marc-André Maier fünf. „Trotzdem schön, mal dabei zu sein, wir gehen es ernsthaft an“, sagt Winkler zur Final-Four-Teilnahme.

Fast alle Jugendklassen sind besetzt im Verein, viele Mädchen spielen. „Es geht uns wirklich noch gut“, meint Abteilungsleiter Winkler im Blick auf aus dem Boden schießende Spielgemeinschaften. Verbandsliga „ist das, was wir mit eigenen Leuten erreichen können“. Ein Externer ist dann aber doch bei den Männern: Dominik Mayer war in der Jugend beim 1. FC Kaiserslautern, beruflich bedingt hat es ihn vor einigen Jahren in die Region verschlagen.

Zum dritten Mal wird um den Verbandspokal gespielt. Der Wettbewerb ist für alle Männer-Mannschaften bis einschließlich Verbandsliga. Die HSG Eckbachtal II ist als Überraschungsmannschaft beim Final Four. Gerhard Kühnles Sieben spielt in der A-Klasse, ist Fünfter in der ersten Staffel. Möglich, dass sich Mundenheim II und die MSG TSG/1. FC Kaiserslautern im Finale gegenüberstehen. In der Verbandsliga endete die Begegnung vor acht Tagen 34:22 für die MSG. Der Verbandspokalsieger tritt im Achtelfinale des Pfalzpokals an und trifft im Januar auf den TV Wörth.

Im Wettbewerb der Frauen ist das Halbfinale im November gespielt worden. Im Endspiel treffen Pfalzligist HSG Trifels und Verbandsligist TSG Mutterstadt aufeinander. Nela Cule, Monika Schempp und Heike Hasslinger haben bei der TSG das Sagen. Gegenspieler sind die Trainer Joachim Benz und Michael Scheid. Benz kann nicht zufrieden sein mit Rang neun in der Meisterschaft und stapelt tief: „Die Erfahrung und Cleverness liegt auf Mutterstadter Seite. Was bei uns nach wie vor klasse ist: die Trainingsbeteiligung.“


Die Spiele

- Männer: Halbfinale: TuS Neuhofen - VTV Mundenheim II (11 Uhr), MSG TSG/1. FC Kaiserslautern - HSG Eckbachtal II (13 Uhr) - Finale: 17 Uhr

- Frauen: Endspiel: HSG Trifels - TSG Mutterstadt (15 Uhr).thc

 


 

  "Ausgabe 08.08.2016"

Grandiose Bilder und der erste Schock

Südpfälzer in Rio: Die ersten Tage gehören dem Vertrautmachen – Zur Eröffnungsfeier im Deutschen Pavillon

Am Samstag war es so weit: Aufgeteilt in zwei Gruppen, besuchten wir die ersten olympischen Events. Wir, das sind Amélie, Leonie, David und Julian, vier Teilnehmer des Olympiacamps der rheinland-pfälzischen Sportjugend. Jeweils zwei Vorrundenspiele der Frauen im Fußball und Volleyball standen auf dem Tagesprogramm. Da Mannschaften des Gastgeberlandes spielten, war die Stimmung grandios. Zwei Stunden mussten wir vor dem Stadion anstehen.

Die ersten Tage in Brasilien dienten der Eingewöhnung. Im Anflug auf Rio hatte uns eine komplett erleuchtete Stadt erwartet. Nach einem Powernap in unserer Unterkunft, einst war sie ein Kloster, haben wir den ersten Tag genutzt, um uns Rio anzuvertrauen, mit der Copacabana, mit dem System der neuen Metro. Wir waren baden, genossen das verhältnismäßig warme Wetter und kauften weitere Tickets für olympische Events. Am zweiten Tag begaben wir uns bereits um 6 Uhr auf den Weg, um außerhalb der Stadt eine Bootstour durch viele tolle Inseln zu starten. Zwischendurch badeten wir in idyllischen Buchten und konnten im klaren, aber sehr kalten Wasser Fische beobachten. Hungrig ankerten wir in einem kleinen Hafen, um uns am reich gedeckten Buffet satt zu essen. Unser Guide machte aus der Tour mit Musik, Snacks und Caipirinha einen erlebnisreichen Tagestrip.

Am Donnerstag sollte das Wahrzeichen von Rio erklommen werden. Wieder brachen wir früh auf, um zuerst mit einem Guide eine Stadtrundfahrt zu unternehmen. Nachdem wir die Kathedrale, den Hafen und das Maracana gesehen hatten, fuhren wir mit der Zahnradbahn hinauf auf den 700 Meter hoch gelegenen Berg mit der Cristo-Statue. Nach zig Selfies und Fotobombs kehrten wir in ein brasilianisches Restaurant ein. Dort gab es typisch brasilianisches Fleisch vom Spieß in allerlei Sorten. Und schon ging es weiter – hinauf zum Zuckerhut. Mit der Seilbahn erreichten wir schnell die Spitze des Felsens. Das wunderschöne Panorama und die untergehenden Sonne begeisterte uns. Handstände, Limbo und der typische Guantanamera-Tanz der Sportjugend waren Motive für tolle Bilder.

Den Freitagvormittag konnten wir entspannter angehen lassen. In Kleingruppen machten wir uns auf den Weg an die Copacabana. Während die meisten von uns im Wasser oder Volleyball spielen waren, wurde – trotz Aufsicht – einer unserer Rucksäcke geklaut. Obwohl wir darauf vorbereitet worden waren, hat uns dieser Vorfall am Tag der Eröffnungsfeier geschockt. Am Nachmittag fuhren wir an den Ipanema-Strand. Im Deutschen Pavillon schauten wir uns die Eröffnungsfeier der 31. Olympischen Spiele der Neuzeit auf einer großen Leinwand an.


 

  "Ausgabe 06.08.2016"

Sein Herz schlug für den Sport

Nachruf: Organisationstalent Arno Scheurer ist tot

VON KLAUS D. KULLMANN

Hassloch. Arno Scheurer, das große Organisationstalent von Sportveranstaltungen oder Rheinland-Pfalz-Tagen der frühen Zeit, ist tot. Der Ur-Haßlocher starb am Dienstagabend im Alter von 87 Jahren. Seine Frau Hildegard sagte gestern: „Er war zuletzt sehr geschwächt und sehr krank, aber der Sport hat ihn bis zuletzt interessiert.“

Gestern wurden die 31. Olympischen Spiele in Rio de Janeiro eröffnet. Die Eröffnungsfeier sich anzuschauen, war Scheurer nicht mehr vergönnt. Er hätte sie so gerne gesehen! Er hätte sie mit einer ganz eigenen und sicher kritischen Einstellung beobachtet, denn er selbst hatte schon vor 44 Jahren eine Eröffnungsfeier mitorganisiert. Die der Spiele in München 1972. Er war der Chef des technischen Referats in der Abteilung „Eröffnungs- und Schlussfeier“, die Siegfried Perrey, ebenfalls ein Haßlocher, ebenfalls ein Handballer der TSG Haßloch wie Scheurer, leitete. Arno Scheurer hatte damals 18 Monate in München gelebt, um sich ganz und gar auf das große Ereignis vorzubereiten. Akribisch, wie es seine Art war, ruhig und kompetent, aber auch fordernd, wenn mal etwas nicht so recht klappte.Scheurer war das erste Mal 1968 bei Olympischen Spielen in Mexico City. Er organisierte 1982 „150 Jahre Hambacher Fest“, wechselte dann von der Bundesbahn in die Staatskanzlei in Mainz und zeichnete unter anderem für elf Rheinland-Pfalz-Tage bis zu seiner Pensionierung 1993 verantwortlich. Im vergangenen Jahr erhielt er von Innenminister Roger Lewentz in Mainz den Sport-Obelisken für besondere Verdienste. Schon damals war er von seiner Krankheit gezeichnet, aber diese Auszeichnung gab ihm Mut und Kraft. Er hatte sich so geehrt gefühlt!

„Wir Deutsche wollten der Welt ein fröhliches, großzügiges Deutschland zeigen“, erinnerte sich Scheurer vor fast vier Jahren, kurz vor dem 40. Jahrestag der Olympischen Spiele in München, an „seine“ Spiele, vor allem aber an den Anschlag auf die israelischen Sportler, der just an jenem Tag stattfand, als Scheurer mit seinen Leuten die Generalprobe für die Schlussfeier angesetzt hatte. „Wir waren in Sicherheitsfragen unvorbereitet und hatten den Katastrophenfall nicht geübt. Es waren ganz einfach die falschen Leute in der Verantwortung“, sagte er vor vier Jahren. Scheurer hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, er hat gesagt, wie es war.

Zunächst war auch ihm nicht klar, was passiert war, als es hieß, bitte ohne Musik weiterproben. Dann zeigte sich schnell, dass er mit seinen Leuten eine ganz andere, traurige Veranstaltung organisieren musste: die Trauerfeier für die toten elf Sportler und einen Polizisten. Auch fünf palästinensische Terroristen kamen ums Leben. Olympia hatte seine Unschuld verloren. Als Arno Scheurer vor vier Jahren von München 1972 erzählte, tat er dies teilweise mit tränenerstickter Stimme. Der Terroranschlag ging nicht spurlos an ihm vorbei.


 

  "Ausgabe 18.06.2016"

Im Zeichen des Wandels

HANDBALL: Delegiertentag des Pfälzer Handball-Verbandes in Haßloch

HASSLOCH. Im Zeichen des Wandels stand gestern Abend der Delegiertentag, den der 65 Jahre alte Friedhelm Jakob als bald scheidender Präsident des Pfälzer Handball-Verbandes in Haßloch leitete.

Posthum trug die Versammlung Alwin Welsch, dem im Frühjahr kurz nach seinem 80. Geburtstag gestorbenen Kuhardter, die Ehrenmitgliedschaft an. Nach ihm, dem die Handball-Gemeinde applaudierte, wird künftig das Großfeldhandballturnier im September benannt werden. Carsten Welsch nahm die Ehrung entgegen.Langjährige Mitarbeiter wurden verabschiedet, die sich als Staffelleiter oder im Auswahlbereich engagierten: Ute Stauch (TV Rheingönheim), Hermann Rempel (Annweiler), Jochen Willner (TSG Friesenheim), Anita Teutsch (TV Schifferstadt) und Holger Borck (Pirmasens).

Als neuen Staffelleiter stellte Jakob Martin Schnurr vom TV Offenbach vor, der sich auch für die Internetpräsenz des Verbandes und beim elektronischen Spielbericht stark macht. Bei Letzterem gibt es ein Problem für die Oberliga: Wie Jakob anmerkte, verwenden die beteiligten Landesverbände unterschiedliche Systeme.

Ins Detail ging die Versammlung bei zwei Anträgen der HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Die Angelegenheit Trainerschulungen des Verbandes für Betreuer von F- bis E-Jugend-Mannschaften klärte Jakob nach kontroverser Diskussion. In diese musste sich Rainer Krebs, Vizepräsident Lehrwesen, einschalten. Er kündigte an, dass sich das Präsidium um die Thematik kümmern werde. Keine Mehrheit fand das Ansinnen, die Strafen zu verringern, die Vereine für Spielabsagen zahlen müssen. Tenor: Dies würde vorschnellen Spielabsagen Vorschub leisten.

Zu seinem absehbaren Ausscheiden sagte Jakob: „Mit dem heutigen Tag sollten alle überlegen, wer soll uns in den nächsten Jahren leiten und führen.“ Eigentlich sollte der Wechsel an der Spitze gestern bei einem außerordentlichen Verbandstag vollzogen werden. Als klar war, dass sich kein Kandidat findet und Jakob ein Jahr dranhängen wird, firmierte sein Vize Achim Hammer die Veranstaltung zum normalen Delegiertentag um.thc


 

 

  "Ausgabe 12.01.2016"

„Kuschel/Kuschel – eine Aufforderung?“

Sport-Plauderei: Thorsten Kuschel motiviert junge Leute, Handball-Schiedsrichter zu werden

HASSLOCH. Für unsere Kolumne Sport-Plauderei, in der wir Menschen vorstellen, die sich hinter den Kulissen des Sports engagieren, waren wir gestern Abend beim Neujahrsempfang des Pfälzer Handball-Verbandes in Haßloch. Dort trafen wir Thorsten Kuschel, Pädagoge am Europa-Gymnasium in Wörth, der im PfHV mit neuen Ideen junge Leute zum Pfeifen motiviert, diese ausbildet und begleitet. Er selbst leitet seit elf Jahren Zweitligaspiele.

Herr Kuschel, machen Sie sich nicht ein wenig Sorgen um die Zukunft bei den Schiedsrichtern im Handball?
Betrachtet man die Entwicklung der Schiedsrichterzahlen, auch deutschlandweit, erkennt man leider einen stetigen Rückgang. Dies trifft jedoch nicht in gleichem Maß auf die Mannschaftszahlen zu, was zur Folge hat, dass in der Zukunft immer mehr Spiele nicht besetzt werden können.
Mit dem Projekt „Young Referee Projekt“ haben Sie bundesweit Aufmerksamkeit erreicht.Das Projekt soll den ganz jungen Handballern zwischen 12 und 16 Jahren die Möglichkeit geben, mit einer nur dreistündigen Ausbildung unverbindlich in die Pfeiferei zu schnuppern. Verbunden mit einer angeleiteten Betreuung im Verein können die Jugendlichen erste Erfahrungen als Schiedsrichter sammeln.

Wie viele Jungschiedsrichter bildete der PfHV 2014 und 2015 aus, und sind diese Jugendlichen noch heute aktiv?
In beiden Jahren haben jeweils 25 Anwärter die Ausbildung gemacht. Die durchschnittliche Verweildauer eines Schiedsrichterneulings ist weit unter zwei Jahren. Von den insgesamt 50 Anfängern der letzten beiden Jahre pfeifen derzeit noch 30.


Welche Voraussetzungen sollte man denn für diese Aufgabe mitbringen?
Schiedsrichter zu sein ist eine komplexe Aufgabe, in die man vor allem hineinwachsen muss. Für den Anfang sollte man Interesse und Spaß am Handball haben, sowie eine gesunde Portion Mut, sich der Aufgabe zu stellen. Kritikfähigkeit, die nötige Athletik – auswechseln lassen kann man sich als Schiedsrichter nämlich nicht – und auch Freude am Umgang mit anderen Menschen sind wichtig. Zudem hilft dem Schiedsrichter ein gutes Spielverständnis.

Gibt es auch eine kleine finanzielle Entschädigung?Natürlich! Für jedes Spiel erhält man mindestens 17 Euro plus Fahrtkosten. Je höher die Spielklasse, desto höher die Entschädigungen. Man ist Teil seines Lieblingssports und bekommt dafür ein gutes Taschengeld.

Es gibt dennoch einige Jugendliche, die trotz Ausbildung dann nach einigen Wochen und Monaten nicht mehr zur Verfügung stehen. Warum?
Hauptproblem ist aus meiner Sicht der Druck von außen und der zum Teil katastrophale Umgang mit den jungen Schiedsrichtern. Hier verlieren viele den Spaß an der Sache, was sehr schade, aber durchaus verständlich ist. Zudem entsteht Konkurrenz durch ein großes Freizeitangebot. Viele entscheiden sich dann lieber für andere Hobbys.


Haben Sie auf diesem Weg auch ihre Ehefrau auf den Weg zur Schiedsrichterin gebracht?
Tatsächlich haben wir uns vor sieben Jahren bei der Schiedsrichterausbildung kennengelernt. Daniela saß damals unter den Teilnehmern, ich habe die Ausbildung geleitet.

Haben Sie schon einmal daran gedacht, mit ihrer Ehefrau ein Gespann zu bilden?Wir haben zur Hochzeit ein Trikot mit dem Aufdruck „Kuschel/Kuschel“ von meinem Ansetzer geschenkt bekommen – eine Aufforderung? Nein, Spaß beiseite: Das wird nicht passieren. Daniela pfeift mit Sandra Senk, ich seit mittlerweile 14 Jahren mit Thomas Kern – und das wird auch so bleiben. Zumindest in diesem Bereich sind wir gern mal kein Gespann.

Interview: Jochen Willner

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