Die Rheinpfalz "Ausgabe 23.01.2017"

Prägender Sportsgeist

Sportbund Pfalz zeichnet verdiente Ehrenamtler bei einer feierlichen Ehrungsmatinee in Ludwigshafen aus

Von Klaus D. Kullmann

 
Man mag es nennen wie man will, ob Ehrungsmatinee, Neujahrsempfang oder Gratulationsmarathon, der Sportbund Pfalz hat längst erkannt, was ihm seine Ehrenamtler wert sind: einen netten Vormittag in trauter Runde und angenehmem Ambiente, bei Fingerfood und Gulaschsuppe, einem Gläschen Wein dazu und natürlich mit ein paar lobenden Worten.„Das Ehrenamt prägt.“ Dieter Noppenberger, der Präsident des Sportbundes Pfalz, warf den Satz in die Runde im Turmrestaurant. Draußen im Ludwigshafener Ebertpark blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und eisig kalt. Drinnen Harfenmusik von Esther Maimone und eine Aikido-Demonstration des Aikido-Clubs Frankenthal, eines von fünfen in Rheinland-Pfalz, und eine warme Atmosphäre.

Ein illustrer Kreis. Wenn man so will, und das ist alles andere als abschätzig gemeint, ein Ü60-Kreis. Verdiente Menschen also. Ja, das Ehrenamt prägt. Die Ehrenamtler prägen die Gesellschaft, die Ehrenamtsarbeit prägt aber auch den Ehrenamtler selbst. Kann ja sein, dass manche dieses Wortes überdrüssig sind, aber das sind dann die Ewiggestrigen. Denn klar ist: Ohne Ehrenamt liefe einiges viel schlechter in unserem Alltag. Auch im Sportalltag.

Mit Herz, Kopf und Hand seien diese Menschen dabei, sagte Noppenberger. Sie gehörten zur Gruppe derer, die den Sport in der Pfalz weiterbrächten. Ein Vergleich nur: 1970 gab es in der Pfalz 1000 Sportvereine, heute sind es 2118. Alles klar?

Zum dritten Mal rief der rührige Sportbund Verbands-, Sportkreis- und Vereinsmitarbeiter zusammen. Solche, die schon 2016 geehrt wurden, und nun einfach zum gemeinsamen „Danke hören“ eingeladen wurden, wie etwa den Landauer Günter Scharhag vom SSC Landau, der im Dezember das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. Für ein Leben für den Sport seit 1949 .

Und solche, die am Samstag vor Ort von ihrer Ehrung erfuhren. Etwa die drei Verbandsvorsitzenden Rainer Strohbach (Volleyball), Dieter Wilking (Bogensport) und Friedhelm Jakob (Ludwigshafen). Der Bad Bergzaberner Werner Ertel gehört auch in diesen Fachverbandskreis, nur: Ertel, seit 37 Jahren Schriftführer im Volleyband-Verband, hat drei Vorsitzende überstanden. „Das muss einer sein, der sehr gut mit Menschen umgehen kann“, sagte Noppenberger über Ertel.

Die Sportgeschichte hat inzwischen einen hohen Stellenwert in der Pfalz erhalten, nicht zuletzt durch das Sportmuseum in Hauenstein. „Eine Zierde“ nannte es Willy Schächter, der Leiter des deutschen Schuhmuseums, unter dessen Dach die Sportler untergekommen sind, was Schächter „eine gelungene Symbiose, eine Sternstunde“ nannte, „auf die wir sehr stolz sind“. Von über 25.000 Besuchern im Jahr 2016 sprach Schächter.

Ebenfalls historisch unterwegs ist Reiner Flörsch aus Böhl-Iggelheim, der Archivar des Ludwigshafener Rudervereins von 1878. „Ein Engagement des Herzens“ nannte er seine über 10.000 Stunden Fleißarbeit in zehn Jahren.

Erich Fix vom TB Assenheim sagte etwas, was wohl die meisten gerade in diesem Moment so empfanden: „Ich bereue keine Stunde, keine Minute meines Einsatzes für den Sport“, und auch den Gedanken von Heinz Baumeister dürften viele kennen: „Ich bin zu dem Amt gekommen wie die Jungfrau zum Kind.“ Er ist seit 1997, dem Gründungsjahr, Vorsitzender des Behindertensportvereins Frankenthal. Der Verein hat heute 800 Mitglieder. Viel falsch gemacht haben können Baumeister und seine Vorstandsmitglieder nicht. Und all die anderen im Ebertpark Geehrten auch nicht.

Die Geehrten

Rainer Strohbach (Dannstadt), Dieter Wilking (Weyher), Friedhelm Jakob (Ludwigshafen), Werner Ertel (Bad Bergzabern), Kurt Sturm (Wörth), Reiner Flörsch (Böhl-Iggelheim), Willy Schächter (Hauenstein), Dr. Alexander Bleckmann (Winnweiler), Klemens Kluge (Landau), Gerhard Mentzel (Gommersheim), Heinz Baumeister (Frankenthal), Erich Fix (Assenheim), Manfred Fluhr (Orbis), Eberhard Linke (Gönnheim), Karl-Heinz Petry (Germersheim), Dr. Wolfgang Reibel (Ludwigshafen), Klaus Rinnert (Büchelberg), Manfred Schmidt (Wörth), Rainer Wogantzke (Kaiserslautern), Manfred Ecker (Landau), Günter Scharhag (Landau), Heinz Borngesser (Kaiserslautern), Rita Kwiet (Homburg), Margot Hörner (Eppstein), Horst Roos (Neustadt), Reinhard Wolf (Frankenthal), Hubertus Gramowski (Kaiserslautern), Karl Bentz (Speyer), Volker Schellenberger (Rheinzabern), Norbert Stollberg (Frankenthal), Hans-Jürgen Mohr (Frankenthal), Margitta Möller (Maxdorf), Rolf Leeb (Landau), Günter Paulus (Kirchheimbolanden).

 

 


 

  "Ausgabe 23.09.2015"

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